🧪 Schadstoffe
Schadstoffen können Sie im Praktikum in zweierlei Formen begegnen:
- Durch die Verwendung von Quecksilber, v.a. in Versuchen der Thermodynamik.
- In Form von Lösungsmitteln, v.a. im Nebenfachpraktikum.
➡️ Quecksilber
Gefahrenhinweis
Gelangt Quecksilber in Ihren Organismus, wirkt es dort äußerst gesundheitsschädlich!
Im Praktikum wird Quecksilber v.a. zur Temperaturmessung in Versuchen der Thermodynamik verwendet.
Sicherheitsregeln
Alle Apparaturen, die Quecksilber enthalten befinden sich in Auffangwannen aus denen sie nicht entfernt werden dürfen!
Sollte es zu einem Austritt von Quecksilber kommen informieren Sie sofort die Technikern und die Praktikumsleitung.
➡️ Chemische Lösungsmittel
Im folgenden werden allgemeine Hinweise zum sicheren Umgang mit und der Toxikologie von Chemikalien zusammengefasst, die im Chemielabor des physikalischen Praktikums gelagert werden. Eine Liste der Chemikalien und entsprechende Arbeitsvorschriften finden sich vor Ort. Bei einem Großteil dieser Stoffe handelt es sich um organische, meist leicht flüchtige Lösungsmittel, so dass Gefährdungen nicht nur bei Hautkontakt und Verschlucken, sondern auch beim Einatmen der Dämpfe und durch Hautatmung entstehen können.
Gefahrenhinweis
Die gesundheitsschädigende Wirkung von Chemikalien ist i.a. darauf zurückzuführen, dass sie störend in die chemischen Reaktionen normaler Lebensvorgänge einwirken. Dies kann zur Schädigung von Zellen und Organen führen. Bei Hautkontakt können Lösungsmittel die Fettschicht der Haut auflösen und so zur Versprödung der Haut führen, wodurch Mikroorganismen und Schmutz leichter in den Körper eindringen können. Eine Reihe von Lösungsmitteln wird durch die Haut resorbiert.
Typisce Symptome sind:
- Benommenheit
- Kopfschmerz
- Schwindel
Darüber hinaus können, je nach Stoff, Organ- und Stoffwechselschäden auftreten. Manche Lösungsmittel wirken reizend auf der Haut. Es kann zu Rötungen und Blasenbildungen kommen. Dämpfe bewirken mitunter Schleimhautreizungen.
Die Aufnahme kleinerer Mengen über einen längeren Zeitraum hinweg kann zu chronischen Schäden führen. Die Gefahr wird dadurch erhöht, dass die Aufnahme der Stoffe zu Gewöhnung führt, wodurch Schäden häufig nicht rechtzeitig festgestellt werden.
- Beim Umgang mit Lösungsmitteln ist zu beachten, dass sich deren Wirkungen auf den Organismus summieren können, so dass ein Gemisch aus verschiedenen Lösungsmitteldämpfen, deren Einzelbestandteile noch jeweils unter dem betreffenden MAK-Wert liegen, bereits gefährlich sein können.
- Verschiedene Lösungsmittel, insbesondere halogenierte Stoffe, wie Benzol, Tetrachlormethan (Tetrachlorkohlenstoff), Trichlorethylen und Trichlormethan (Chloroform) wirken karzinogen.
- Neben den physiologischen Eigenschaften müssen auch die physikalischen Eigenschaften vieler Stoffe berücksichtigt werden, etwa die leichte Entflammbarkeit vieler Lösungsmittel (z.B. bei Azeton)
Sicherheitsregeln
Nach Möglichkeit sollten Sie organische Lösungsmittel nur mit Handschuhen und in gut belüfteter Umgebung benutzen.
Um die Belastung möglichst gering zu halten, sollten Sie die folgenden Regeln beachten:
- Bei Wahlmöglichkeit zwischen mehreren Lösungsmitteln verwenden Sie einen Stoff mit hohem MAK-Wert.
- Verschließen Sie Lösungsmittelflaschen sofort nach Gebrauch.
- Nutzen Sie den Sammelbehälter zum Verwerfen der Reste.
- Achten Sie darauf, dass organische Lösungsmittel und ihre Dämpfe nicht mit heißen Gegenständen in Kontakt kommen.
- Bringen Sie organische Lösungsmittel nicht mit starken Oxidationsmitteln (wie z.B. Alkali-Chloraten, Chloriten oder Kalium-Permanganat) in Verbindung, da sonst Explosionsgefahr besteht.
➡️ Halogenfreie Lösungsmittel
Gefahrenhinweis
Im Praktikum sind ausschließlich halogenfreie Lösungsmittel im Einsatz. Diese sind jedoch brennbar und entzünden sich meist leicht!
Zur Zündung ist nicht unbedingt eine Flamme erforderlich, sie kann auch durch heiße Gegenstände, deren Temperaturen oberhalb der Zündtemperatur des Lösungsmittels liegen, oder durch elektrische Überschläge (wie z.B. bei elektrostatischen Aufladungen) ausgelöst werden. Ihre Dämpfe bilden mit Luft explosive Gemische, wobei z.T. schon ein Lösungsmittelanteil von \(1{-}2\) Volumenprozent zur Explosion ausreicht. Da die Dämpfe schwerer als Luft sind, können am Boden oder in Mulden (z.B. in einem Ausguss), wo sie sich sammeln, solche Konzentrationen leicht erreicht werden.
Daher sollten Sie generell keine organische Lösungsmittel in den Ausguss gießen!
Begriffserklärung
Wir führen zur Klärung die folgenden Begriffe ein:
- Beim Flammpunkt handelt es sich um die niedrigste Temperatur bei Normdruck, bei der eine Flüssigkeit ein Dampf-Luftgemisch bildet, das mit einer Flamme entzündet werden kann.
- Bei der Zündtemperatur handelt es sich um die niedrigste Temperatur einer heißen Oberfläche, bei der sich ein Dampf-Luftgemisch gerade noch entzündet.
- Bei der Explosionsgrenze handelt es sich um die Gemischkonzentration von Dampf und Luft, bei der sich eine selbständige Verbrennung fortpflanzen kann.
- Bei der MAK handelt es sich um die gesetzlich maximal zulässige Arbeitsplatzkonzentration eines Arbeitsstoffes in Luft.
⛑️ Erste Hilfe
Sicherheitsregeln
- Nach Einatmen größerer Mengen Lösungsmittel: Führen Sie viel Frischluft zu und suchen Sie einen Arzt auf.
- Nach Hautkontakt mit Lösungsmitteln: Spülen Sie die betroffenen Hautstellen gründlich mit Wasser.
- Bei Augenkontakt mit Lösungsmitteln: Spülen Sie Ihre Augen mit einer Augendusche und ziehen Sie einen Augenarzt zu Rate.
- Nach Verschlucken von Lösungsmitteln: Ziehen Sie umgehend einen Arzt zu Rate. Eventuell ist es notwendig, Erbrechen herbeizuführen.