🦺 Sicherheitshinweise
Verantwortungsvolles Handeln schützt Sie und andere vor Unfällen und Gefahren! Auf dieser Seite finden Sie Sicherheitshinweise, die Sie bei der Durchführung der Versuche beachtet werden müssen. Lesen Sie sich die Hinweise sorgfältig durch und halten Sie sich an die Regeln.
Grundsätzliche Verhaltensregeln
Alle Sicherheitshinweise auf den Aufgabenblättern, an den Versuchsorten und von den Betreuern müssen beachtet werden. Jede Fehlfunktion von Geräten, unsichere Situationen oder Unfälle sofort dem Betreuer oder den technischen Assistenten melden. Verstöße führen zum Ausschluss vom Praktikum und können bei Unfällen zu keinem Regressanspruch führen.
- Experimente nur nach Absprache durchführen.
- Nur Zugelassene Geräte und Materialien verwenden.
- Versuchsplätze aufgeräumt verlassen.
- Rauchen, Essen oder Trinken in den Praktikumsräumen ist verboten.
- Improvisierte Änderungen an Versuchsaufbauten dürfen nicht ohne Aufsicht mit den Betreuern durchgeführt werden.
💥 Vakuum
Im Praktikum werden an verschiedenen Stellen evakuierte Glasgefäße verwendet und z.T. auch Vakua erzeugt. Evakuierte Glasgefäße befinden sich i.a. hinter Schutzscheiben. Dort, wo dies nicht der Fall ist liegen an den Versuchsaufbauten entsprechende Schutzbrillen aus. Sie sind dringend angehalten diese zu tragen.
⚡ Elektrizität
Elektrizität birgt Gefahren für die im Praktikum verwendeten Geräte (z.B. in Form von Zerstörung durch Überspannung, Feuer, Explosion), aber auch für den Menschen (z.B. in Form von Verbrennungen, vorübergehenden Lähmungen, Herzkammerflimmern). Das Maß der Gefährdung wird durch Stromstärke, Spannung und Widerstand bestimmt. Lebensgefahr besteht bei:
- Gleichspannungen von über 100 V,
- Wechselspannung von über 50 V und 50 Hz.
Um Ihre Gefährdung zu minimieren befolgen Sie strikt die folgenden Sicherheitsregeln:
- Der Auf-, Um- oder Abbau elektrischer Schaltungen darf nur bei nicht anliegender Spannung erfolgen.
- Eine Spannung dürfen Sie erst dann anlegen, wenn der/die Betreuer:in des Versuchs die entsprechende Schaltung überprüft hat.
- Schalten Sie nach Beendigung des Versuchs alle Geräte aus.
- Schalten Sie in Notfällen die Spannung im entsprechenden Praktikumsraum sofort ab. Rote Notausschalter befinden sich neben jeder Tür.
- Regeln Sie zum Schutz der Gerätschaften alle Spannungen mit der Hand auf Null bevor Sie die Geräte ausschalten.
Notfallmaßnahmen
Ein roter Not-Aus-Schaltknopf (neben der Tür) unterbricht die Stromversorgung des gesamten Raumes. Bei Stromschlag: Hauptschalter betätigen und Ersthelfer verständigen.
🔦 Laser
Der Umgang mit Lasern ist mit unvermeidlichen Gefahren verbunden. Diese ergeben sich aus der hohen Gerichtetheit und Intensität des Laserstrahls, die zu sehr hohen Energieflächendichten führen. Das Gefährdungspotential eines Lasers ist an seiner Laserklasse erkennbar. Die Laser im Praktikum besitzen die folgenden Klassifizierungen:
Klasse 2:
- Die Laserstrahlung liegt im sichtbaren Spektralbereich (400-700 nm).
- Die Strahlleistung ist so niedrig, dass sie bei kurzzeitiger Bestrahlungsdauer (von weniger als 0.25 Sekunden), wie sie durch den Lidschlussreflex gegeben ist, ungefährlich für das Auge ist.
- Der Maximalwert der zugänglichen Strahlung ist \(\lt\) 1 mW.
Klasse 3R:
- Die zugängliche Laserstrahlung ist gefährlich für das Auge und in besonderen Fällen auch für die Haut.
- Die Strahlleistung kann im Bereich von 1 bis 5 mW liegen.
Im Praktikum werden nur He-Ne Laser mit einer Emission bei einer Wellenlänge von 632 nm und einer Strahlleistung von weniger als 5 mW verwendet. Sie minimieren die Gefährdung im Umgang mit Lasern, wenn sie die folgenden Verhaltensregeln befolgen:
- An den Versuchen sollten sich nur die Studierenden, die die Versuche durchführen und die entsprechenden Betreuer:innen aufhalten.
- Versuche die die Verwendung von Lasern mit einschließen dürfen nur nach erfolgter Laserschutzbelehrung durchgeführt werden.
- Planen Sie den genauen Aufbau der Versuche und legen Sie die für die Justierung der optischen Elemente notwendigen Schritte vor der Durchführung fest.
- Bei allen Manipulationen im Bereich des Strahls eines Lasers der Klasse 3R müssen unbedingt die Schutzbrillen getragen werden.
- In jedem Fall gilt: Sehen sie niemals direkt in einen Laserstrahl und tragen Sie bei der Arbeit im Laserbereich keinen Schmuck oder Armbanduhren, die Laserlicht unkontrolliert reflektieren könnten.
🧪 Quecksilber
Gelangt Quecksilber in Ihren Organismus, wirkt es dort äußerst gesundheitsschädlich. Im Praktikum wird Quecksilber v.a. zur Temperaturmessung in Versuchen der Thermodynamik verwendet. Alle Apparaturen, die Quecksilber enthalten befinden sich in Auffangwannen aus denen sie nicht entfernt werden dürfen. Sollte es zu einem Austritt von Quecksilber kommen geben Sie unbedingt und sofort der Organisation des Praktikums Bescheid.
🧪 Chemische Lösungsmittel
Im folgenden werden allgemeine Hinweise zum sicheren Umgang mit und der Toxikologie von Chemikalien zusammengefasst, die im Chemielabor des physikalischen Praktikums gelagert sind. Eine Liste der Chemikalien und entsprechende Arbeitsvorschriften finden sich vor Ort. Bei einem Großteil dieser Stoffe handelt es sich um organische, meist leicht flüchtige Lösungsmittel, so dass Gefährdungen nicht nur bei Hautkontakt und Verschlucken, sondern auch beim Einatmen der Dämpfe und durch Hautatmung entstehen können.
Schädigende Wirkung
Die gesundheitsschädigende Wirkung von Chemikalien ist i.a. darauf zurückzuführen, dass sie störend in die chemischen Reaktionen normaler Lebensvorgänge eingreifen. Dies kann zur Schädigung von Zellen und Organen führen. Bei Hautkontakt können Lösungsmittel die Fettschicht der Haut auflösen und so zur Versprödung der Haut führen, wodurch Mikroorganismen und Schmutzteilchen leichter in den Körper eindringen können. Eine Reihe von Lösungsmitteln wird durch die Haut resorbiert.
Typische Symptome
- Benommenheit
- Kopfschmerz
- Schwindel
Darüber hinaus können, je nach Stoff, Organ- und Stoffwechselschäden auftreten. Manche Lösungsmittel wirken reizend auf der Haut (es kann zu Rötungen und Blasenbildungen kommen). Dämpfe bewirken mitunter Schleimhautreizungen.
Die Aufnahme kleinerer Lösungsmittelmengen über einen längeren Zeitraum hinweg kann zu chronischen Schäden führen. Die Gefahr wird dadurch erhöht, dass die Aufnahme der Stoffe zu Gewöhnung führt, wodurch Schäden häufig nicht rechtzeitig festgestellt werden.
Beim Umgang mit Lösungsmitteln ist zu beachten, dass sich deren Wirkungen auf den Organismus summieren können, so dass ein Gemisch aus verschiedenen Lösungsmitteldämpfen, deren Einzelbestandteile noch jeweils unter dem betreffenden MAK-Wert liegen, bereits gefährlich sein können.
Verschiedene Lösungsmittel, insbesondere halogenierte Stoffe, wie Benzol, Tetrachlormethan (Tetrachlorkohlenstoff), Trichlorethylen und Trichlormethan (Chloroform) wirken karzinogen. Neben den physiologischen Eigenschaften müssen auch die physikalischen Eigenschaften vieler Stoffe berücksichtigt werden, etwa die leichte Entflammbarkeit vieler Lösungsmittel (z.B. bei Azeton)
Handhabung
Nach Möglichkeit sollten Sie organische Lösungsmittel nur mit Handschuhen und in gut belüfteter Umgebung benutzen. Um die Belastung möglichst gering zu halten, sollten Sie die folgenden Regeln beachten:
- Bei Wahlmöglichkeit zwischen mehreren Lösungsmitteln verwenden Sie einen Stoff mit hohem MAK-Wert.
- Verschließen Sie Lösungsmittelflaschen sofort nach Gebrauch.
- Nutzen Sie den Sammelbehälter zum Verwerfen der Reste.
- Achten Sie darauf, dass organische Lösungsmittel und ihre Dämpfe nicht mit heißen Gegenständen in Kontakt kommen.
- Bringen Sie organische Lösungsmittel nicht mit starken Oxidationsmitteln (wie z.B. Alkali-Chloraten, Chloriten oder K-Permanganat) in Verbindung, da sonst Explosionsgefahr besteht.
Halogenfreie Lösungsmittel
Im Praktikum sind ausschließlich halogenfreie Lösungsmittel im Einsatz. Diese sind jedoch brennbar und entzünden sich meist leicht. Zur Zündung ist nicht unbedingt eine Flamme erforderlich, sie kann auch durch heiße Gegenstände, deren Temperaturen oberhalb der Zündtemperatur des Lösungsmittels liegen, oder durch elektrische Überschläge (wie z.B. bei elektrostatischen Aufladungen) ausgelöst werden. Ihre Dämpfe bilden mit Luft explosive Gemische, wobei z.T. schon ein Lösungsmittelanteil von 1-2 Volumenprozent zur Explosion ausreicht. Da die Dämpfe schwerer als Luft sind, können am Boden oder in Mulden (z.B. in einem Ausguss), wo sie sich sammeln, solche Konzentrationen leicht erreicht werden. Daher sollten Sie generell keine organische Lösungsmittel in den Ausguss gießen.
Begriffserklärung
Wir führen die folgenden Begriffe zu Klärung ein:
- Beim Flammpunkt handelt es sich um die niedrigste Temperatur bei 1013 hPa Außendruck, bei der eine Flüssigkeit ein Dampf-Luftgemisch bildet, das mit einer Flamme entzündet werden kann.
- Bei der Zündtemperatur handelt es sich um die niedrigste Temperatur einer heißen Oberfläche, bei der sich ein Dampf-Luftgemisch gerade noch entzündet.
- Bei der Explosionsgrenze handelt es sich um die Gemischkonzentration von Dampf und Luft, bei der sich eine selbständige Verbrennung fortpflanzen kann.
- Bei der MAK handelt es sich um die gesetzlich maximal zulässige Arbeitsplatzkonzentration eines Arbeitsstoffes in Luft.
☢️ Radioaktivität
Lesen Sie sich für das P2-Praktikum hierzu die Hinweise zur Radioaktivität durch.
⛑️ Erste Hilfe
- Nach Einatmen größerer Mengen: Führen Sie viel Frischluft zu und suchen Sie einen Arzt auf.
- Nach Hautkontakt: Spülen Sie die betroffenen Hautstellen gründlich mit Wasser.
- Bei Augenkontakt: Spülen Sie Ihre Augen mit einer Augendusche und ziehen Sie einen Augenarzt zu Rate.
- Nach Verschlucken: Ziehen Sie am besten umgehend einen Arzt zu Rate. Eventuell ist es notwendig, Erbrechen herbeizuführen.
🚑 Im Ernstfall
Notfallmaßnahmen
| Notfall | Maßnahme |
|---|---|
| Stromschlag | Not-Aus Schalter betätigen, nicht berühren, Ersthelfer (Betreuer) rufen. |
| Verletzung | Sofort mit Wasser abspülen (bei Chemikalien), Betreuer informieren. |
| Brand | Not-Aus drücken, Feuerlöscher nutzen, Raum verlassen, 112 wählen. |
| Chemikalien-Unfall | Haut / Augen mit Wasser spülen, Sicherheitsdatenblatt beachten, Betreuer informieren. |
| Quecksilber-Leck | Raum zügig verlassen, nicht berühren, Praktikums-Leitung (Raum F1-23/25) verständigen. |