Transformator
Aufgabe
- Der Cosinus des Phasenwinkels \(\varphi\) zwischen Strom und Spannung im Primärkreis eines Transformators ist in Abhängigkeit von der abgegebenen Leistung zu messen.
- Der Wirkungsgrad \(\eta\) ist als Funktion der abgegebenen Leistung zu bestimmen.
Abb. 1: Abb. 1: Brückenschaltung mit Transformator.
Abb. 2: Abb. 2: Phasenverschiebung in den beiden Brückenzweigen.
Grundlagen
Da die Primärspule eines Transformators ein induktiver Widerstand \(Z_L = \sqrt{R_L^2 + (\omega L)^2}\) ist, eilt die Spannung \(U_L\) dem Strom \(I_L\) um einen Phasenwinkel \(\varphi\) (\(0 \lt \varphi \lt \pi/2\)) voraus.
Zur Messung der Phasenverschiebung \(\varphi\) dient die in Abb. 1 gezeigte Brückenschaltung. Da nur im oberen Bereich eine Phasenverschiebung auftritt, lässt sich die Brücke nicht auf Null - sondern nur auf eine endliche Minimalspannung \(U_{min}\) abgleichen. Um \(\varphi\) aus \(U_{min}\) zu ermitteln, werden die Teilspannungen \(U_1\) und \(U_x\) in der komplexen Zahlenebene dargestellt (Abb. 2).
Anmerkung
Die Spannungen sind mit den gleichen Indizes wie die Widerstände bezeichnet; der Strom durch \(R_L\) ist gleich dem Strom durch \(R_x\).
Wegen \(R_x \gg R_L\) ist die Phasenverschiebung \(\varphi\) nahezu konstant. Der Betrag (Länge) von \(U_x\) wird durch \(R_x\) bestimmt. Die (vektorielle) Differenz der Teilspannungen \(U_x\) und \(U_1\) lässt sich am Brückeninstrument ablesen. Durch Verändern von \(R_x\) kann diese Differenzspannung auf ihren kleinsten Wert \(U_{min}\) gebracht werden. Der Betrag von \(U_{min}\) entspricht der Länge des in Abb. 2 mit \(U_{min}\) bezeichneten Lotes auf \(U_x\). Aus dem durch \(U_1\), \(U_x\), \(U_{min}\) und \(U_{min}\) gebildeten rechtwinkligen Dreieck entnimmt man die Beziehungen
Der Wirkungsgrad des Transformators ist definiert durch
wobei \(N_s = U_s I_s - R_s I_s^2\) die am Belastungswiderstand \(R_s\) abgegebene und \(N_p = U_p I_p \cos \varphi\) die dem Transformator zugeführte Wirkleistung ist.
Durchführung
Für jeden Wert von \(R_s\) sind \(I_p\), \(I_s\) und (durch verändern von \(R_x\)) \(U_{min}\) zu bestimmen. \(U_1\) kann bei \(R_x = 0\) abgelesen werden. Das soll unmittelbar vor und nach jeder Bestimmung von \(U_{min}\) erfolgen. Sind diese beiden Werte von \(U_1\) nicht gleich (Netzspannungsschwankungen), so muss die Messung wiederholt werden. Liegt \(U_{min}\) nahe bei \(U_1\), ist \(U_{min}\) sehr genau abzulesen, damit sich \(\cos \varphi\) zuverlässig aus (2) berechnen lässt. Bei der Bestimmung von \(I_p\) und \(I_s\) soll \(R_x = 0\) sein, damit \(U_p = U\) ist. Für \(R_s\) können durch folgende Schaltungen der fünf Widerstände von je 500 \(\Omega\) die angegebenen, neun verschiedenen Werte gewählt werden:
- 500 \(\Omega\)
- 1000 \(\Omega\)
- 2000 \(\Omega\)
- 250 \(\Omega\)
- 333,3 \(\Omega\)
- 750 \(\Omega\)
- 200 \(\Omega\)
- 143 \(\Omega\)
- 100 \(\Omega\)
Die gemessenen und berechneten Werte sind zu tabellieren und danach \(\cos \varphi\) und \(\eta\) über \(N_s\) aufzutragen.
Angaben
\(R_1 = 861{,}5\,\Omega\); \(R_2 = 3{,}33\,\mathrm{k}\Omega\)
Abb. 3: Widerstandskombinationen für die Belastung des Transformators.
Abb. 4: Widerstandskombinationen für die Belastung des Transformators.



